
Förderpreis 2026
Jury-Preisvergabe und „Publikumsliebling“ der Förderpreis-Ausstellung 2026
(UN-)WIRKLICH! hieß die Förderpreis-Ausstellung 2026. Sie lud ein, zu entdecken, wieviel Lebenswirklichkeit der jungen Künstlerinnen und Künstler in ihren Arbeiten steckt. Zu den Themen, die es den 25 Nominierten wert waren, in ihre Kunst aufgenommen zu werden, zählten die großen Fragen nach Herkunft, Identität und Erinnerung. In der farbenfrohen Ausstellung mit positiven Grundtenor wurden aber auch kritische Stimmen laut.

Jurypreisträgerin für Malerei
Jurypreisträgerin für Malerei ist Liza Sivakowa.
Die gebürtige Russin verarbeitet in ihren Werken Biografisches: Erfahrungen einer jungen Frau, die im Russland des 21. Jahrhunderts aufwuchs – mit „all den strukturellen Einschränkungen und inneren Widersprüchen“ (LS) eines autoritären Regimes. Sivakova thematisiert Machtverhältnisse und Geschlechterungleichheiten. Ihre collageartigen Gemälde funktionieren wie Kulissen für männliche Machtspiele. Auch wenn man stets das Gefühl hat, Figuren in ihren Bildern wiederzuerkennen, gelingt das nur selten. Denn die Künstlerin will keine Porträts schaffen. Vielmehr erzeugt sie Bilder, die sie selbst als „transhistorische Erzählungen“ bezeichnet. Mit den oftmals beklemmenden Inszenierungen „findet sie eine Erklärung für die Dystopie der Gegenwart in den Wurzeln der Vergangenheit“, war die Jury überzeugt.

29,6 x 33, 5 cm © Jeremias Rumpl
Jurypreisträger für Zeichnung
Jurypreisträger für Zeichnung ist Jeremias Rumpl.
Was auf den ersten Blick wie eine Zeichnung für ein Kinderbuch aussehen mag, hat es in sich! Die Jury zeigte sich beeindruckt von der künstlerischen Umsetzung eines ernsten Themas – Jeremias Rumpl beschäftigt sich mit „menschengemachten Katastrophen“ (JR). Dabei dringt der Wiener Künstler mit seinen Buntstiftzeichnungen in gedankliche Tiefen vor. Er verdichtet seine Bildaussagen formal so, dass sie auf den ihren Kern zurückgeführt werden und unterstützt das mit lautmalerischen Titeln. Ein Zugunglück, das ein Drache im Märchen sein könnte, und Häuser, die in radioaktiver Strahlung schmelzen, aber wie ein Dorfkirchlein aussehen: Rumpl weiß die Betrachtenden an den Punkt zu führen, an dem er sie haben möchte. Er will auf die Spannungsfelder aufmerksam machen, in denen die gezeigten Tragödien stehen.
Instagram: @jeremias_rumpl

Publikumspreisträgerin
Publikumspreisträgerin ist Isabelle Bauer.
Wie in den vergangenen Jahren durfte das Publikum auch diesmal wieder für seinen „Liebling“ abstimmen – und hat sich für Isabelle Bauer entschieden. Im Zentrum von Bauers Arbeiten steht die Biografie ihrer Mutter, die als junge Frau von den Philippinen nach Deutschland kam. Isabelle Bauer fragt sich, wie die Herkunft der Mutter ihre eigene Identität beeinflusst. Bildmaterial, das ihre Mutter in ihrem früheren Leben zeigt und das diese auf Facebook postet, ist das Ausgangsmaterial für die Gemälde der Künstlerin. Die Karlsruherin sieht sich selbst in zwei Kulturen verankert und begreift sich als „Teil einer Generation, die durch Globalisierung in Internet nicht mehr auf eine singuläre Kultur beschränkt ist“ (IB). Gedanklich überwindet sie die herkömmlichen Grenzen zwischen Kulturen und Nationen.
Instagram: @izzbauer

Katalog zur Ausstellung
(UN-)WIRKLICH?
jung + gegenständlich
Förderpreis Bodenseekreis 2026
Heike Frommer (Hg.)
Kulturamt Bodenseekreis – Salem, 2026
70 Seiten, ISBN:
978-3-945396-29-2
Preis: 6,00 Euro
Erhältlich im Kulturamt Bodenseekreis:
Schloss Salem, 88682 Salem
Telefon: 07541 204-6400
kreiskulturamt.sekretariat (at)
bodenseekreis.de
Preisträgerinnen und Preisträger

Förderpreis 2024
ZUR SACHE!
Jurypreisträgerin ist Luna Haser aus Leipzig.
Ihre Werke sind Hybride aus Malerei und Zeichnung. Die Figuren in ihren großformatigen Arbeiten werden über die Kontur definiert. Im Stil der Romanik sind sie als Frontalfiguren wiedergegeben, die trotz ihrer Bewegungen starr wirken.

Förderpreis 2018
SACH MAL!
Der Jury-Preisträger ist Franz Braun aus Wien.
Die Fachjury lobte die technische Brillanz von Franz Braun, seine Ausdruckskraft und sein handwerkliches Können. Er wende sich den Porträtierten mit großer Hingabe zu.




