Fabian Seemann, Bahnsteig © Fabian Seemann

Förderpreis 2026

Jury-Preisvergabe und „Publikumsliebling“ der Förderpreis-Ausstellung 2026

(UN-)WIRKLICH! hieß die Förderpreis-Ausstellung 2026. Sie lud ein, zu entdecken, wieviel Lebenswirklichkeit der jungen Künstlerinnen und Künstler in ihren Arbeiten steckt. Zu den Themen, die es den 25 Nominierten wert waren, in ihre Kunst aufgenommen zu werden, zählten die großen Fragen nach Herkunft, Identität und Erinnerung. In der farbenfrohen Ausstellung mit positiven Grundtenor wurden aber auch kritische Stimmen laut.

Liza Sivakova, Chess, 2025, Öl/Lwd., 155 x 175 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Jurypreisträgerin für Malerei

Jurypreisträgerin für Malerei ist Liza Sivakowa.

Jeremias Rumpl, Zugungunlcpk Zugunglüc, l ugunglpck Zugunglück zugunglpcl Zugunglück zugunglück, 2023, Buntstift auf Papier,
29,6 x 33, 5 cm © Jeremias Rumpl

Jurypreisträger für Zeichnung

Jurypreisträger für Zeichnung ist Jeremias Rumpl.

Was auf den ersten Blick wie eine Zeichnung für ein Kinderbuch aussehen mag, hat es in sich! Die Jury zeigte sich beeindruckt von der künstlerischen Umsetzung eines ernsten Themas – Jeremias Rumpl beschäftigt sich mit „menschengemachten Katastrophen“ (JR). Dabei dringt der Wiener Künstler mit seinen Buntstiftzeichnungen in gedankliche Tiefen vor. Er verdichtet seine Bildaussagen formal so, dass sie auf den ihren Kern zurückgeführt werden und unterstützt das mit lautmalerischen Titeln. Ein Zugunglück, das ein Drache im Märchen sein könnte, und Häuser, die in radioaktiver Strahlung schmelzen, aber wie ein Dorfkirchlein aussehen: Rumpl weiß die Betrachtenden an den Punkt zu führen, an dem er sie haben möchte. Er will auf die Spannungsfelder aufmerksam machen, in denen die gezeigten Tragödien stehen.

Isabelle Bauer, /LECHON/, 2025, Öl/Lwd., 150 x 190 cm © Isabelle Bauer

Publikumspreisträgerin

Publikumspreisträgerin ist Isabelle Bauer.

Wie in den vergangenen Jahren durfte das Publikum auch diesmal wieder für seinen „Liebling“ abstimmen – und hat sich für Isabelle Bauer entschieden. Im Zentrum von Bauers Arbeiten steht die Biografie ihrer Mutter, die als junge Frau von den Philippinen nach Deutschland kam. Isabelle Bauer fragt sich, wie die Herkunft der Mutter ihre eigene Identität beeinflusst. Bildmaterial, das ihre Mutter in ihrem früheren Leben zeigt und das diese auf Facebook postet, ist das Ausgangsmaterial für die Gemälde der Künstlerin. Die Karlsruherin sieht sich selbst in zwei Kulturen verankert und begreift sich als „Teil einer Generation, die durch Globalisierung in Internet nicht mehr auf eine singuläre Kultur beschränkt ist“ (IB). Gedanklich überwindet sie die herkömmlichen Grenzen zwischen Kulturen und Nationen.

Katalog zur Ausstellung

(UN-)WIRKLICH?
jung + gegenständlich
Förderpreis Bodenseekreis 2026

 
Heike Frommer (Hg.)
Kulturamt Bodenseekreis – Salem, 2026
70 Seiten, ISBN: 
978-3-945396-29-2
Preis: 6,00 Euro

Erhältlich im Kulturamt Bodenseekreis:
Schloss Salem, 88682 Salem
Telefon: 07541 204-6400 
kreiskulturamt.sekretariat (at)
bodenseekreis.de

Preisträgerinnen und Preisträger